Demokratie und Gegenwartsliteratur: Krisendiskurs - Medienpraktiken - Ästhetik

Interdisziplinäre Tagung vom 26.–28. März 2025

 
Ort: Philologicum der LMU München
 
Organisation: Matthias Löwe, Tilman Venzl
 
Der Begriff der Demokratie steht gegenwärtig im Zentrum gesellschaftlicher Selbstverständigungsdiskurse. Er fungiert als Erst- und Letztbegriff, als diagnostisches Instrument und politisches Ideal gleichermaßen. Zunehmend schalten sich auch Schriftsteller:innen in den Demokratiediskurs ein, partizipieren an ihm, beziehen Position oder beobachten die damit verbundenen Diskursdynamiken.
Damit stellt sich die Frage, anhand welcher Schwerpunkte sich die Gegenwarts- literatur mit Demokratie auseinandersetzt: Welche Rolle spielen Polarisierung, die Krise sozialer Teilhabe, sich verändernde Gesprächsarenen? In welcher ästhetischen Form nimmt Gegenwartsliteratur Bezug auf Demokratie? Sind die Strukturveränderungen in der Mediengesellschaft und damit verbundene neue Umgangsweisen mit Literatur als Demokratisierungsphänomen zu beschreiben? Zudem stellt sich die Frage, ob Plädoyers für das postkritische affirmative Lesen und die Erweiterung des literaturwissenschaftlichen Gegenstandsbereichs als Demokratisierung zu rekonstruieren sind. Die geplante Tagung will diese literarische Dimension aktueller Demokratiedebatten erstmals sondieren und das literarische Feld, den Literaturbetrieb, aber auch die literaturwissenschaftliche Forschung als Austragungsort kontroverser Demokratiedebatten kenntlich machen. Die Rede von Demokratie und Demokratiekrise soll als Diskursphänomen im literarischen Feld präzise beschrieben und auf seine vielgestaltigen Formen und Funktionen hin befragt werden.
 

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